This is Chris NOT LA

Montag, 22. November 2010

Lost Boys

Smirnoff Nightlife Exchange


Was unterscheidet eigentlich die Clubszene Beiruts von der Bangkoks? Was zeichnet eine Party in Sao Paulo aus? Was macht den Reiz aus in Dublin mal so ordentlich auf die Kacke zu hauen?
Diese Fragen hat sich auch die Wodka-Destille Smirnoff gestellt und in dem Zusammengang das Nightlife Exchange Project gestartet. 14 Städte tauschen untereinander ihre besten Ideen für eine gelungene Partynacht aus. Am 27.11., also schon kommenden Samstag, präsentiert sich der Berliner Exchange-Partner Kapstadt in der Münze. Ich werd mir das natürlich nicht entgehen lassen. Und da ich nicht so gerne alleine feier, gibts hier 3 mal 2 Freikarten bzw. Listenplätze zu gewinnen. Einfach nur bis morgen den 23. November Vor- und Zunamen als Kommentar hinterlassen, auf Facebook verlinken und Freunde und Verwandte bitten kräftig die Daumen zu drücken. Die Gewinner werd ich dann auch morgen in den Kommentaren verkünden.

Mittwoch, 17. November 2010

Macht die ma hübsch!

Backstage vor der HTW Modenschau zur In Bewegung Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt. Auf Ausstellungsfotos verzichte ich hier bewusst, da an anderer Stelle schon ausführlich genug berichtet wurde.




Mittwoch, 3. November 2010

Streetart ist keine Kunst

Die Geschichte von der kleinen Streetart, die auszog um große Kunst zu werden. 
Die Geschichte eines Missverständnisses. 

Eine Dose Molotow Sprühlack in der Farbe „verkehrsrot“. Eine Dose in der Farbe „tiefschwarz“. Eine Schablone bestehend aus vier 1 mal 1m großen Teilstücken. Eine Herbstnacht, ungemütlich und kalt. Ich wollte und konnte nicht länger warten. Ich machte mich auf den Weg zur S-Bahnbrücke. Das sollte mein bisher größter Coup werden.
Ich war Teil eines Phänomens, das das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends in popkultureller Hinsicht enorm prägen sollte. Es sollte groß werden.

Meine bescheidenen Werke zeigte ich auf Stencil Revolution. Ich checkte täglich den Wooster Collective Blog. Wenn ich durch die Straßen ging, betrieb ich urbanes Fährtenlesen. Sie alle hatten ihre Spuren hinterlassen: Faile, D-Face, OBEY, The London Police, Banksy. Eine Liste, der ich nur zu gerne meinen eigenen Namen hinzugefügt hätte. Doch weitab von der der unbedeutenden Berliner Peripherie, die ich damals meine Heimat nannte, war Streetart im Begriff eine Wandlung zu vollziehen. Während der öffentliche Diskurs vornehmlich von der Frage des Vandalismus bestimmt war, so war es in Streetart-Kreisen der ständig drohende Ausverkauf bzw. die Anerkennung als legitime Strömung der zeitgenössischen Kunst.



Aktuell beschert Banksys Kinodebut Exit Through The Giftshop dem Thema erneute Aufmerksamkeit. So rechnet er zwar in erster Linie mit den Mechanismen des Starkults ab, übt er unterschwellig und auf sehr unterhaltsame Weise jedoch auch Kritik an der Streetart selbst. Diese sucht mittlerweile als Urban Art, als klischeebeladener Frankenstein die Galerien und Museen heim. Banksys Film bestätigt indirekt das, was einige vielleicht schon ahnten, aber nicht wagten auszusprechen: Streetart ist keine Kunst.
 
In der Kunst wissen wir spätestens seit Duchamps Readymades, dass der Künstler nicht zwangsläufig auch Schöpfer des Werks sein muss.

Das mag für einige eine reichlich provokante Behauptung sein, hatten man doch mit großem Aufwand versucht Streetart vom Stigma das Vandalismus reinzuwaschen.
Die Nullerjahre sahen eine regelrechte Flutwelle an Straßenkunst über die Metropolen der Welt hinwegschwappen. Dabei hat sie, so die Kritiker, auch viel Belangloses angespült. Mittlerweile schmückt selbst das kleinste mecklenburgische Provinzkaff allerlei Schabloniertes und Geklebtes von zweifelhafter Qualität. Um den inflationären Verhältnissen zu entkommen lag nichts näher als sich in Galerien zu retten. So hatte man sich das Prädikat der legitimen Kunst verliehen und sich von der Kakophonie des Mittelmaßes in den Straßen abgegrenzt. 



Ganz im Gegensatz zur zeitgenössischen Kunst setzt Streetart eine gewisse Kunstfertigkeit, handwerkliches Geschick voraus, über die sich die Qualität der Arbeit bemisst und bewertet wird. Ganz im Sinne des allseits bekannten Aphorismus kommt Kunst in diesem Fall tatsächlich von Können. Man kann also von einer Art Autorenkünstler sprechen, der jeden Aspekt seiner Arbeit, angefangen bei der Skizze bis zur Platzierung in der Straße, selbst ausführt. Kein Streetartist würde auf die Idee kommen, die Kontrolle über seine Arbeit Dritten zu überlassen. Wer ließe sich ernsthaft diesen Spaß entgehen!?!

In der Kunst wissen wir spätestens seit Duchamps Readymades, dass der Künstler nicht zwangsläufig
auch Schöpfer des Werks sein muss. Die Kunstgeschichte ist in der Hinsicht reich an Beispielen.
Martin Kippenberger gab 1991 „sein“ Paris Bar Bild bei einem Berliner Plakatmaler in Auftrag. Sein Honorar betrug 1000DM. Letztes Jahr wurde das Bild vom Auktionshaus Christie’s, weit über dem Schätzpreis, für unglaubliche 2,7 Millionen Euro versteigert.
Ein weiteres prominentes Beispiel wäre Jörg Immendorf – Gerhard Schröders Haus- und Hofmaler, der in seinen letzten Lebensjahren, geschwächt durch seine schwere Krankheit, Assistenten malen ließ. Eine Praktik, die sich bis in die Werkstätten der alten Meister zurückverfolgen lässt. So wurde im Rahmen des „Rembrandt Research Projects“ bei einigen Werken festgestellt, dass es sich nicht um eigenhändige Arbeiten des Malers handelt.

Romantik, amerikanischer Realismus, Pop Art – Die Kunstgeschichte wird durch den Wolf gedreht und „Streetart“-gerecht aufbereitet.

Banksy treibt dieses Prinzip in seiner Mockumentary auf die Spitze: Thierry Guetta aka Mr. Brainwash, der vom Dokumentarfilmer zum Streetartist avancierte Protagonist beschäftigt eine ganze Armee von Assistenten, die jedes noch so offensichtliche Kunst-Klischee größenwahnsinnige Realität werden lässt. Romantik, amerikanischer Realismus, Pop Art – Die Kunstgeschichte wird durch den Wolf gedreht und „Streetart“-gerecht aufbereitet. Guettas Beitrag beschränkt sich auf ein paar adelnde Farbspritzer, kurz bevor ihm die aufgegeilte Menge die Türen zu seiner Ausstellung einrennt.
Befragt zu Guettas Instant-Erfolg bemerkt Shepard Fairey lakonisch, er habe geschafft wofür andere Jahre gebraucht haben. Angesichts dessen mag so mancher Jünger der ach-so-authentischen Streetart desillusioniert vom Glauben abfallen. Oder er folgt Guetta aus der Glaubenskrise ebenfalls direkt in die Galerie.

Vorreiter waren Anfang der Achtziger Jahre die New Yorker Graffiti Writer. Hip Hop wurde zum ersten Mal größere mediale Aufmerksamkeit zuteil, war jedoch noch weit entfernt von dem Massenphänomen, zu dem es sich viel später entwickeln sollte. Alles aus Downtown schien in Uptown plötzlich hip. Rap, Breakdance, aber vor allem Graffiti, das schon seit einigen Jahren das Stadtbild geprägt hatte, stand nun im Fokus der Kunstszene. Die schillerndsten Persönlichkeiten der New Yorker High Society schienen nicht genug zu kriegen. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, schossen die Galerien wie Pilze aus dem Boden. Vorher nur an New Yorker Hauswänden und Zügen zu bewundern, war Graffiti nun auf Leinwänden Konserviert, bereit in den Privatsammlungen und Museen auf der ganzen Welt zu verschwinden. 

Doch so schnell wie der Hype kam, verebbte er auch wieder. Zeitgleich waren zwei Künstler aus dem Dunstkreis der Graffiti-Szene dabei Weltruhm zu erlangen: Keith Haring und Jean Michel Basquiat. Selbst niemals wirklich dem traditionellen Graffiti verhaftet, antizipirten sie jedoch das was in den Nullerjahren als Streetart bekannt werden sollte. Charakteristisch war, der grafische Stil ihrer Tags. Ganz im Gegensatz zu denen der Graffitiwriter, die eher kaligraphischen Charakter besitzen.

Mathias Augustynial, Artdirector bei M/M Paris bemerkt im Interview, die Aufgabe eines Grafikdesigners bestehe letztendlich im Entwickeln von Zeichen zum Zweck der Reviermarkierung.
Basquiat und Haring bedienten sich ganz offensichtlich Techniken der Werbung bzw. der Visuellen Kommunikation. Sie verteilten ihre Tags bzw. Logos (stilisiertes Baby bei Haring; Krone und SAMO Schriftzug bei Basquiat) im Stadtgebiet und traten so ganz explizit und unmittelbar in den Dialog mit dem Betrachter. Dieser bedarf keinerlei „Fachwissen“ um die Tags zu identifizieren und zu verstehen.

Haring erkannte das kommerzielle Potential seiner Kunst. Er entschied sich ganz bewusst dafür sie und auch sich selbst konsequent zu vermarkten. In seinen POPSHOPs verkaufte er, sehr zum Unmut der Kunstszene, allerlei Nützliches und Unnützes versehen mit seinen Motiven. Irgendwann schien es fast schon unmöglich nicht mindestens einen popeligen Schlüsselanhänger zu besitzen, der mit Harings zappelnden Männchen oder strahlenden Babys versehen war.

Mit Kunst dagegen lässt sich nichts verkaufen.

Übertragen auf Streetart mag eine Kommerzialisierung erst einmal antithetisch erscheinen, sahen sich doch ihre Pioniere als Gegenbewegung zum gnadenlosen Ausverkauf des öffentlichen Raums.
So bedienen sich Streetartists Techniken der Werbung um sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.
Berlin, New York, Tokyo, Paris – über die ganze Welt kann ich die Spuren der Künstler verfolgen.
Die Vermutung es handle sich bei ihnen um Werbebotschaften globalisierter Marken wie Coca Cola oder Sony liegt somit nahe. Ebenso wie der Schritt sich ganz in die Dienste der Werbung zu begeben. So wie es einige unter dem Argwohn der eingeschworenen Streetart Gemeinde auch erfolgreich taten. WK Interacts dynamische Illustrationen beispielsweise bescherten nicht nur ihm, sondern auch den Werbekampagnen von Nike oder Adidas Beachtung und damit wohl auch beachtlichen Umsatz.

Was antworten Richard Serras Stahlskulpturen auf mein skeptisches Stirnrunzeln?

Mit Kunst dagegen lässt sich nichts verkaufen. Sie kommuniziert nichts. Sie ist stumm.
Was antworten Richard Serras Stahlskulpturen auf mein skeptisches Stirnrunzeln? Was Bruce Naumans Videos oder die Farbfeldmalerei Marc Rothkos? Wären wir überhaupt in der Lage sie als Kunst zu identifizieren würden sie nicht in einer Galerie oder einem Museum stehen? Würden wir ihnen Bedeutung beimessen hätte uns niemand über ihre tiefschürfende Bedeutung aufgeklärt?
Gleich einem mystischen Götzenbild, spricht das Kunstwerk durch sein Medium, das heißt den Galeristen, Kurator, Kunsthistoriker oder Audioguide. Kunst bedarf um als ebensolche wahrgenommen zu werden, um eine Stimme zu erlangen, der Nobilitierung durch Galerien oder Museen. Außerhalb und auf sich allein gestellt ist Kunst nicht möglich.
Ebenso ist es nicht möglich Streetart in den white cube der Galerie zu sperren, ohne dass sie dabei ihre Stimme verliert. Selbst dann nicht, wenn man sie geschickterweise in Urban Art umtauft.
D-Face bringt das, was Walter Benjamin den Verlust der Aura nannte im Vorwort zu The Art Of Rebellion auf den Punkt:

[…] to take the work out of its urban context means the work nearly always loses something in transition, part of the creativity is how it integrates within the environment, the chosen spot which gives it the finishing touch… There is something missing like the interaction and conflict of the work in location.

Wir stellen also fest, dass sowohl Kunst als auch Streetart kontextgebunden ist.
Streetart gewinnt an Bedeutung durch den Bezug auf ihre Umgebung, in der sie selbstständig in den Dialog mit dem Betrachter tritt.

In der Galerie befindet sie sich in einem semantischen Vakuum. Sie bezieht sich dort auf etwas, das ganz offensichtlich nicht vorhanden ist und im krassen Widerspruch zum Galerieraum steht: den öffentlichen Raum. Denn mehr noch tut sich in der Galerie eine tiefe räumliche, soziale, als auch ökonomische Kluft zwischen Werk und Betrachter auf. Ganz banal fängt das bei den Öffnungszeiten an, also der Tatsache, dass ich die Ausstellungsräume nur zu bestimmten Zeiten betreten kann.
Darüber hinaus bestimmt mein individueller kultureller Hintergrund ob ich überhaupt Zugang suche. Sabine von der Wursttheke werd ich wohl weniger auf einer Vernissage oder im Museum antreffen. Nicht weil sie grundsätzlich desinteressiert ist. Vielmehr ist es diese unsichtbare soziale Schranke in Form ihrer kulturellen Prägung, dem Habitus, der mit der Kunstbetrachtung einhergeht, oder um es mit Bourdieu zu sagen, ihre fehlende Fähigkeit zur „reinen“ Wahrnehmung, die sie davon abhält. In der Galerie kommt es zu einer Segregation, die dem Ethos der Streetart zuwiderläuft.

Die Tatsache, dass Galerien keine Wohltätigkeitsvereine sind wird gerne außer Acht gelassen. Größtenteils handelt es sich um privatwirtschaftliche Unternehmen, darauf bedacht die ausgestellten Werke so gewinnbringend wie möglich zu veräußern. Das was eigentlich allen zugänglich sein sollte ist nun einigen, mit dem nötigen Kleingeld gesegneten Wenigen vorbehalten.

Aus Mangel an Kontext wurden alle noch so ausgelutschten Klischees durchdekliniert um klar zu machen, dass man sich im Geiste noch zur Streetart zählt.

Befürworter werden wohl dagegen einwenden, es handle sich wohlgemerkt um Urban Art und nicht um Streetart. Auf der diesjährigen Urban Art Messe Stroke wurde deutlich, dass sich die begriffliche Abgrenzung als problematisch erweist. Beim Rundgang durch die Ausstellungshalle kam unweigerlich das Gefühl auf die ausgestellten Werke wurden über Nacht mal schnell zusammengebastelt. Aus Mangel an Kontext wurden alle noch so ausgelutschten Klischees durchdekliniert um klar zu machen, dass man sich im Geiste noch zur Streetart zählt. Auffällig waren auch die für zeitgenössische Kunst recht niedrig angesetzten Preise. Bewegten sie sich bei den zeitgleich stattfindenden Konkurrenzveranstaltungen deutlich über meinen finanziellen Möglichkeiten, so waren sie auf der Stroke, ich sag mal, taschengeldgerecht. Einige Ausnahmen wie Danny Gretschers großformatige Arbeiten, auf dem ersten Blick nicht wirklich der Street- bzw. Urban Art zuzuordnen, lagen preislich etwas höher. Im Vergleich aber trotzdem noch überdurchschnittlich, ja fast schon beschwichtigend niedrig angesetzt. Auf diese Weise soll „Streetart“ auch weiterhin für ein großes Publikum erfahrbar bleiben. Nur leider verkommt die Stroke dadurch zu einem besseren Postershop.

Plexiglasscheiben, Kameras und Wachschutz sichern sie vor geschäftstüchtigen Mauerspechten – und natürlich vor Vandalismus.

Vielleicht lässt sich ja damit wenigstens der fleißig betriebene Kunstraub in den Straßen unterbinden. Hausbesitzer bangen um ihre plötzlich im Wert gestiegenen Fassaden, seit sich herumgesprochen hat, dass das was man vor nicht allzu langer Zeit noch kriminalisierte, jetzt schützenswertes, weil wertvolles Kultur- und Handelsgut ist. Plexiglasscheiben, Kameras und Wachschutz sichern sie vor geschäftstüchtigen Mauerspechten – und natürlich vor Vandalismus. 

Schon immer ihr größter Star und Kritiker hat der gute Banksy schon früh erkannt, dass sich Streetart in ihrem Krampf um künstlerische Relevanz und Anerkennung in der Bedeutungslosigkeit verliert. Die Frage ist nur ob er das Ende nur prophetisch vorausgesehen hat oder ob er bewusst oder unbewusst dazu beigetragen hat. Exit Through The Giftshop kann man als einen Nachruf sehen. Ich sehe ihn vielmehr als Pflock, der dem untoten Treiben der Streetart endlich ein Ende setzt. Möge sie in Frieden ruhen.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Update: Regal


Das alte Regalbrett ist mittlerweile unter der Bücher- und Zeitschriftenlast zusammengebrochen und wurde ersetzt durch zwei schöne neue Regale. Zwar kein Horzon, entsprechen aber trotzdem voll und ganz meinen ästhetischen und funktionalen Ansprüchen. Nun denk ich mir, ich hätte mir vielleicht doch größere Exemplare zulegen sollen. Der Platz wird auch hier schon wieder knapp.

Samstag, 30. Oktober 2010

In Bewegung - Junges Modedesign aus Berlin


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Mode macht Schule" lädt die Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft ins Haus der Kulturen der Welt ein. Unter dem Motto "In Bewegung" wird ein Einblick in den kreativen Schaffensprozess des Studiengangs Modedesign geboten. 
Die feierliche Eröffnung findet am Freitag dem 05.11. um 19 Uhr statt. Auf der anschließenden Modenschau, zeigen Studenten und die hochschuleigenen Labels 30paarhaende und 30ph ihre Entwürfe. Einen entspannten Ausklang findet der Abend auf der Aftershowparty ab 22 Uhr.
Aktuelle Tendenzen und Veränderungen in der Mode werden am Samstag auf einer Podiumsdiskussion zum Thema "Die Versportlichung der Gesellschaft ― Auswirkungen auf die Mode" diskutiert. Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag den 07.11. für Besucher geöffnet.

Ich wurde gebeten die Eröffnung fotografisch zu dokumentieren und wäre daher sehr erfreut, wenn der eine oder andere sich in Bewegung setzt und zum Gelingen dieser wunderbaren Veranstaltung beiträgt.

Weitere Informationen gibt es hier:

Dienstag, 26. Oktober 2010

Detroit DIY City



Man muss kein geborener Hauptstädter sein um zu merken dass Berlins spröder ein wenig abgefuckter Charme eigentlich nur noch als Kulisse für den Easy Jet-Tourismus dient. Die glorreichen Pioniertage, auf die manche sich noch gern beziehen, sind längst Vergangenheit. Neukölln wurde grad aufgehübscht und die übriggebliebenen Innenstadtbezirke machen sich schonmal bereit sich dem Mietspiegel von Pranzlauerberg und Mitte anzupassen. Zugegebenermaßen ist das Leben hier im Vergleich zu anderen Hauptstädten, vor denen sich Berlin ja mittlerweile nicht mehr zu verstecken brauch, noch einigermaßen bezahlbar. Die Frage ist nur wie lange das noch der Fall sein wird. Jede Stadt hat seine Hochs und Tiefs. Subjektiv betrachtet stagniert Berlin gerade. Nichts überrascht mehr wirklich, man hat es sich bequem gemacht. Vielleicht gehts ja bald wieder bergab.

Das Obige Video haben mir die geschätzten Kollegen vom Vice Magazine ans Herz gelegt. Zusammen mit Palladium Boots haben sie Johnny Knoxville nach Detroit geschickt um sich dort mal ein wenig umzuschauen.

Da scheint es ja gerade bergauf zu gehen. Während mein halber Berliner Bekanntenskreis New York als den Place to be entdeckt zu haben scheint, schraubt sich eine kleine aber feine DIY Szene ein neues Detroit zusammen.

Einst eine florierende Industriestadt, bekannt vor allem für ihre Automobilindustrie, lebten dort zu ihren besten Zeiten knapp 2 Millionen Menschen. Bedingt durch Wirtschaftskrisen schrumpfte die Bevölkerungszahl auf unter eine Million. Zurück blieb eine quasi Geisterstadt. Leere Straßenzüge, wie man sie sonst nur aus Zombiefilmen kennt, kennzeichnen Detroits Innenstadt. Nicht nur die Straßen, sondern auch ganze Häuser, ja sogar Wolkenkratzer stehen leer und bieten damit die besten Vorraussetzungen für urbane Experimente. Party, Konzerte, Kunst und Kultur siedelt sich an. Nicht immer legal, but who cares? Die Stadt gehört dir.


Dienstag, 31. August 2010

Ich zitiere:

Wenn Chris eine Wurst ist, sind 99,9 Prozent der Männer Würste. Natürlich hat der Schwächen, aber ich verstehe was mit ihm los ist.
(Lars Eidinger, Schauspieler, im Zeit Interview)

Mittwoch, 25. August 2010

Neulich in der Küche


A: Stehst du etwa auf Daria Werbowy?
B: Auf wen? Achso... äh... Das Bild kam zusammen mit dem Rahmen.

Montag, 23. August 2010

From First Class to Foot Class

Vom Reisen in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs

(Bild: Cecile Remus/jugendfotos.de)

Meine früheste Erinnerung ans Reisen ist ein Flug nach Manila. Aufgrund eines Buchungsfehlers verfrachteten die netten Herrschaften von Air France meine Eltern und mich kurzerhand in die First Class.
Das war irgendwann Ende der Achtziger Jahre, als die Sitze an Bord noch nicht serienmäßig mit 20 Zoll Flachbildschirm, X-Box Spielkonsole und Champagner-Zapfanlage ausgestattet waren.
Stattdessen erfreute man sich ganz bescheiden an der erstklassigen Beinfreiheit und der damit gebannten Thrombosegefahr.
Meine Beine waren damals noch zu kurz um diesen grandiosen Luxus bzw. die Strapazen eines Langstreckenflugs eingequetscht in der Economy Class nachvollziehen zu können.
Bequemer sollte ich ab da jedoch in meinem ganzen Leben nie wieder reisen.

Ebenso muss eine Reise nicht unbedingt mit Budget-sprengenden Ausgaben verbunden sein. Vor allem, wenn das Budget aus dem besteht was man in den Hosentaschen und Sofaritzen gefunden hat.

Denn seitdem folgt die objektiv wie auch subjektiv erlebte Reisequalität einem langsamen aber deutlich wahrnehmbaren Abwärtstrend, so dass nun rund 20 Jahre Später, u.a. bedingt durch (persönliche) Wirtschaftskrisen, das Geld nicht einmal mehr für einen Billigflug zu einem der vielen Provinzflughäfen „in der Nähe von“ Stockholm oder London reicht.

Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch. So muss zum Beispiel ein italienisches Frühstück nicht zwangsläufig aus Mailänder Salami, Parmaschinken, Pesto und Ciabatta bestehen. TIP Fussili mit passierten Tomaten tun‘s auch.
Und wenn man eh erst um die Mittagszeit rum aufsteht, dann geht das auch locker als Brunch durch.

Ebenso muss eine Reise nicht unbedingt mit Budget-sprengenden Ausgaben verbunden sein. Vor allem, wenn das Budget aus dem besteht was man in den Hosentaschen und Sofaritzen gefunden hat.

Ein Päckchen, dass mein weniger abenteuerlustiges und reisewilliges Ich zur Post gebracht hätte, dient als zündender Funke für einen No-Budget Botengang quer durch die Republik.

Nachdem ich auf einschlägigen Webseiten einen Tramper-Crashkurs durchlaufen habe, stelle ich mich am nächsten Morgen ausgestattet mit dem obligatorischen Pappschild, Straßenatlas und leichtem Reisegepäck an eine Tankstelle nahe der Stadtautobahn.

Das Schild kommt aber nicht zum Einsatz. Ich spreche die Leute direkt an der Zapfsäule an und beschleunige damit meine Abreise: Es dauert keine 20 Minuten und ich sitze schon bei einem Münchner Paar in einem geräumigen Mercedes Bus Richtung Süden.
Wir passieren zwei Tramper, die ihre Pappe direkt an der Auffahrt hochhalten. Pech gehabt, denk ich mir, während ich mein eigenes Anfängerglück noch nicht ganz fassen kann.

Der Bus ist trotz des vielen Gepäcks so geräumig, dass ich entspannt meine Beine ausstrecken kann – ich trampe First Class. Besser kann die Reise nicht beginnen.

Zu meinen Füßen fällt mir eine schwarze Reisetasche mit eingesticktem Rammstein-Logo auf. Doch von Neuer deutscher Härte ist nichts zu spüren. Stattdessen herrscht vertraute Gemütlichkeit.
Das Paar erinnert mich an die Eltern eines guten Freundes, mit denen ich vor 10 Jahren mit deutlich weniger Beinfreiheit in die Toskana gefahren bin.

Sie, Gabi und Lutz (Namen vom Autor erfunden, da richtige Namen nicht mehr bekannt), plaudern sichtlich gut gelaunt von ihrem Sohn („Der nutzt ja lieber die Mitfahrzentrale.“), ihrer Arbeit („Also ich bin im Eventmanagement tätig und Lutz ist Controller bei der Allianz.“) und ihrer Reise („Wir besuchen alte Freunde und Studienkollegen quer durch Deutschland.“).
Nachdem ich dann auch etwas über mich erzählt hab („Kommunikationsdesign ist im Grunde das gleiche wie Grafikdesign.“ – Ein Satz, den ich so oder in ähnlichem Wortlaut an diesem Tag noch öfter von mir geben werde.) sind wir auch schon am Hermsdorfer Kreuz, wo sich unsere Wege trennen.
Ich gönn mir erst mal eine kleine Pause. Ich lass meinen Blick über die Raststätte schweifen, die sich langsam mit Autos und Reisebussen füllt. Ein Plakat preist Hähnchen Cordon Bleu mit Pommes an (€ 5,99). Daneben bietet ein Stand Wurstspezialitäten und eingelegte Spreewaldgurken (100g € 1,99) an. Eindeutig nicht meine Preisklasse, sag ich mir und frühstücke die belegten Brote, die ich mir am Vorabend geschmiert hatte

Einer der jungen Nazis trägt einen Sweater, der mit „sympathischer“ Offenheit seine politische Gesinnung verrät: „Weiße Macht“. Unter dem Slogan (natürlich in Fraktur) prangt die Silhouette einer MP40. Deutsche Wertarbeit!

Aus einem Bus steigt eine indische (oder bangladeschische oder sri lankische oder pakistanische) Reisegruppe und verleiht der thüringischen Provinz einen Hauch von großer weiter Welt.

Keine fünf Minuten später hält ein knallroter Kleinbus, aus dem eine Gruppe Jugendlicher Neonazis steigt. Mit beunruhigender Selbstverständlichkeit marschieren sie, von einer jungen blonden Dame in Jeans und rotem Top angeführt (Reiseleiterin? Betreuerin?!?), wie eine fröhliche Pfadfindertruppe in Richtung Restaurant.
Mit einem Schlag fühl ich mich in all meinen Vorurteilen über die „politische Vielfalt“ in den neuen Bundesländern bestätigt.

Die Gruppe trägt ihre martialischen Outfits mit einer Nonchalance, wie andere Leute in Berlin ihr American Apparel V-Neck Shirt. Einer der jungen Nazis trägt einen Sweater, der mit „sympathischer“ Offenheit seine politische Gesinnung verrät: „Weiße Macht“. Unter dem Slogan (natürlich in Fraktur) prangt die Silhouette einer MP40. Deutsche Wertarbeit!

Also die Maschinenpistole – der Sweater ist höchstwahrscheinlich „Made in India“ (oder Bangladesch oder Sri Lanka oder Pakistan).
Womit wieder die Verbindung zu der Reisegruppe hergestellt wäre. Diese zeigt sich gänzlich unbeeindruckt von der Hitlerjugend. Offenbar steht in ihren Reiseführern nichts über den politischen Facettenreichtum Thüringens.

Als ob die Situation noch nicht unangenehm genug wäre, taucht wie aus dem Nichts ein älterer Herr auf um die Reisenden vom Subkontinent vor der braunen Gefahr zu warnen.
Er trägt dabei in beiden Händen jeweils eine Flasche Bier und auf seinem Kopf thront eine mit goldenen Menorot verzierte Kippa – ein Jude!?!
Sie Situation hat damit einen beängstigenden Grad an Surrealität erreicht. Ich beschließe so schnell wie möglich weiterzufahren.

Mit Ronnie finde ich schließlich meine nächste Mitfahrgelegenheit. Würde Ronnie berlinern und aus Magdeburg stammen, wäre das nächste Klischee erfüllt. Leider ist Ronnie jedoch gebürtiger Dresdner und leider sächselt er auch nicht. Er ist grad auf dem Weg um seine Freundin in Köln zu besuchen.
Wir unterhalten uns übers Studium (er studiert Maschinenbau), darüber wie weit man mit den Semestertickets kommt.
Trotz überaus spannender Gesprächsthemen, schlaf ich ein.

Als ich aufwache haben wir bereits das brau… grüne Herz Deutschlands verlassen und befinden uns mittlerweile in Hessen, wo mich Ronnie an einer Raststätte bei Gießen raus lässt.

Die nächste Mitfahrgelegenheit ist schnell organisiert: Zwei Geschäftsreisende mit Darmstädter Kennzeichen, die mich aber leider nur bis Frankfurt mitnehmen können.
Der Eine spricht einen ausgeprägten hessischen Dialekt („schaffe“) – Ich komme meinem Ziel immer näher.

Allein reisende Damen nehmen allein reisende Herren nur widerwillig, meistens jedoch gar nicht mit.
Aber scheinbar sehe ich an diesem Tag mal ausnahmsweise nicht aus wie ein axtschwingender Irrer.

Die Raststätte bei Frankfurt besitzt neben einem Marché Restaurant, einem Burger King und einer Tankstelle auch eine Aussichtsplattform.
Ich schau auf die Bankentürme, die mit relativ großen Abständen zueinander aus dem Stadtgebiet ragen. Der Anblick erinnert mich ein wenig an Downtown LA mit Zahnlücken. Los Angeles für Arme sozusagen.
Als einzig weitere nennenswerte Gemeinsamkeit kommt mir American Apparel in den Sinn, die in der Frankfurter Innenstadt ebenfalls vertreten sind. Made in Downtown LA – Sold (unter anderem) in Downtown Frankfurt am Main.
Soweit ich weiß wurde ein Teil des neuen A-Team Films in „Mainhattan“ gedreht. Ganz offensichtlich bin ich nicht der einzige mit Budgetproblemen.

Den weiteren Weg leg ich im Auto von Sylvia zurück. Sie ist auf dem Weg nach Zürich um dort ihre Stelle als Opernsängerin anzutreten.
Als ich sie an der Tankstelle angesprochen hab, bin ich davon ausgegangen, dass sie ablehnen würde.
Allein reisende Damen nehmen allein reisende Herren nur widerwillig, meistens jedoch gar nicht mit.
Aber scheinbar sehe ich an diesem Tag mal ausnahmsweise nicht aus wie ein axtschwingender Irrer.

Knapp sieben Stunden, vier Chauffeure, fünf Bundesländer und eine Neonazireisegruppe später bin ich am Ziel: Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Donnerstag, 12. August 2010

Samstag, 7. August 2010

"Love is evil"

Slavoj Žižek und Pierre Bourdieu im Lichtblick Kino



Der wild gestikulierende bärtige ältere Herr im obigen Video, der scheinbar zusammenhanglos irgendwas über Liebe schwafelt, ist nicht etwa ein alkoholisierter und verwirrter Obdachloser in irgend einer Fußgängerzone, sondern Slavoj Žižek, ein aus Slowenien stammender Philosoph, Psychoanalytiker, überzeugter Marxist und enfant terrible der internationalen Intelektuellen-Szene. Vor allem seine gewagten Thesen, die er gerne durch ungewöhnliche Beispiele und manchmal etwas wirre und fadenscheinige Argumente stützt, trugen zu seinem ambivalenten Ruf bei. So sorgt beispielsweise seine Aussage, dass es einer Kultur gut tue, wenn alte Bücher von Zeit zu Zeit verbrennen, nicht nur hierzulande für Unbehagen und Verständnislosigkeit. Trotzdem bietet der charismatische "Schwätzer" Žižek, wenn man über sein aufmerksamkeitsheischendes Gebahren hinwegsehen kann, interessante Ansätze für eigene Überlegungen.


Bei dem zweiten Herrn handelt es sich um Pierre Bourdieu, einen französischen Soziologen, der innerhalb Frankreichs und auch im Ausland zu großen Ehren gekommen ist. So ist seine Bekanntheit auf seine mittlerweile klassischen empirischen Studien, beispielsweise zur Korrelation von geschmacklichen und ästhetischen Präferenzen und der sozialen Schicht, und sein soziales und politisches Engagement, etwa bei den Globalisierungskritikern attac, zurückzuführen.
Mit geradezu großväterlicher Geduld und Ruhe (ganz im Gegensatz zu Žižek) nimmt Bourdieu zur allgemeine Rolle der Soziologie Stellung und erläutert die Kernkonzepte seiner Arbeit.

Wer zu beiden Herren mehr erfahren möchte, dem empfehle ich im Lichtblick Kino vorbeizuschauen:

Alien, Marx & Co: Slavoj Žižek — Ein Portrait

Pierre Bourdieu: Soziologie ist ein Kampfsport


Kastanienallee 77
10435 Berlin

Montag, 2. August 2010

Texte zur Kunst

Zeitgemäße Modetheorie und Kritik




Im Zuge der Einführung des Ipads vor wenigen Monaten, ließen sich die großen Verlage nicht lange bitten und bieten nun ihre Zeitungen und ausgewählte Zeitschriften auch im Ipad-kompatiblen Format an. In dem Zusammenhang war oft die Rede vom gesättigten Zeitschriftenmarkt und der allgemeinen Tendenz, dass mit den E-Readern klassische Printpublikationen früher oder später von der Bildfläche verschwinden werden.
Dass dies jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt der Realität entspricht, beweisen immer wieder Nischenpublikationen aus dem Design-, Kunst- und Gesellschaftsbereich, die in DIY Manier und ohne großen Verlag im Rücken in überschaubarer Auflage produziert werden und weltweit in ausgesuchten Geschäften erhältlich sind. Man könnte von Fanzines sprechen, die jedoch durch professionelle Gestaltung und Liebe zum Detail bestechen, die man von Großverlagen wie Gruner und Jahr nicht erwarten kann (Obwohl es auch immer Ausnahmen gibt, wie der NEON-Ableger NIDO, der nicht nur junge Eltern, sondern auch kinderwunschlosglückliche Grafiker wie mich begeistert).


Jedoch stellt sich bei mir mittlerweile ein Sättigungsgefühl auch im Bereich der unabhängigen Modepublikationen ein, die größtenteils nett anzuschauen sind, also mit schönen Editorials und einem interessanten gestalterischen Konzept auftrumpfen können, jedoch auf textlicher Ebene ihre Stärken und Chancen gegenüber der Konkurrenz vor allem durch Blogs nicht genügend auszuspielen vermögen. Thematisch setzt man sich zwar gerne mit Dingen jenseits des modischen Tellerrands auseinander, z.B. Kunst, Architektur oder Film, jedoch eher selten mit der eigenen soziokulturellen Bedeutung und Verantwortung. Damit hat sich, ausgelöst durch die rasche mediale Verbreitung und dadurch gestiegene gesellschaftliche Relevanz der Mode, eine Nische aufgetan, die darauf wartet besetzt zu werden.
Diese Aufgabe übernehmen häufig Magazine mit popkulturellem Hintergrund, wie z.B. die Spex oder DeBug, die in letzter Zeit mit sehr lesenswerten Artikeln punkten konnten.


Auch die aktuelle Ausgabe der Texte zur Kunst nähert sich der eher unpopulären theoretischen Seite der Mode auf sehr zugängliche Art und Weise, indem sie den Bezug zu aktuellen Themen wahrt.
So setzte sich Herausgeberin Isabelle Graw mit einem Thema auseinander, das schon viel zu oft diskutiert wurde, ohne dass man zu einem zufriedenstellenden Konsens Gelangt ist. In ihrem Essay zur „modelfreien“ Brigitte betrachtet sie den Magerwahn zur Abwechslung einmal aus einer anderen Perspektive und stellt dabei fest, dass die von der Zeitschrift propagierte Natürlichkeit nicht nur gezieltes Marketing ist (Wer hätte das gedacht?), sondern Frauen auch dazu zwingt ihre „inneren Werte“ einem Idealtypus, einem charakterlichen Schönheitsideal zu unterwerfen.



Dass die Qualität eines Interviews nicht nur von der interviewten Person abhängt, sondern auch von einem ehrlich interessierten Fragesteller, beweist der Künstler Merlin Carpenter, der mit großer Begeisterung für die Yves Saint Laurent Herrenkollektion, Creative Director Stefano Pilati in ein ausuferndes Gespräch verwickelt, das mehr zutage fördert als die üblichen Frage-Antwort-Spiele.
Auch sehr lesenswert ist der Auszug aus Frédéric Monneyrons Essay „La frivolité essentielle. Du vetement et de la mode“. Darin beleuchtet der französische Soziologe die Rolle von Designern und Modezeitschriften bei der Umsetzung und Legitimation von modischen Trends. Monneyron setzt sich intensiv mit dem Thema Mode auseinander. Zuletzt erschien das Buch „La Photographie de mode. Un Art Souverain“. Alle seine Publikationen sind auf Amazon erhältlich (jedoch leider nur auf Französisch soweit ich weiß).
Die Soziologin Monica Titton schreibt über das aktuelle Phänomen des Streetstyle. Dabei geht sie ausführlich auf die Geschichte der Streetstyle Fotografie ein, die ihren Anfang im britischen ID Magazin nahm, betrachtet die grafische Gestaltung von Streetstyleblogs, und letztendlich deren (nicht allzu großer) Beitrag zur Demokratisierung der Mode. Ein sehr lesenswerter Artikel, der das vertieft, was ich in meinem Essay schon angeschnitten hatte.
Eine Silhouette, die uns jetzt schon seit längerer Zeit begleitet, ist Thema eines Artikels der freien Journalistin und Bloggerin Mahret Kupka. Die Skinny Jeans, die seit der Lancierung durch Hedi Slimane für Dior Homme Anfang des Jahrzehnts, bis jetzt ihre Vormachtstellung unter den Jeansschnitten hält, sieht sie als offensichtlichstes Zeichen eines „Streben[s] nach schlanken Körperformen“. Am deutlichsten kommt dies wohl bei Karl Lagerfeld zum Ausdruck, dessen Begeisterung für Slimanes schmale Schnitte zu einer radikalen Metamorphose führte.


Texte zur Kunst erscheint vierteljährlich und ist für €15 im gutsortierten Bahnhofskiosk oder in Berlin bei Do you read me? und der Buchhandlung Walther König erhältlich.

Dienstag, 27. Juli 2010

Modische Vorbilder dringend gesucht

Jede große (Jugend-)Subkultur wusste sich durch einen bestimmten Stil zu kleiden von der Masse abzuheben. Doch kann man in dem Fall von Individualität sprechen?

Die letzte große Technowelle, die ihren Höhepunkt in der medial ausgeschlachteten Love Parade fand, zu der sich die großen DJs prozessionsgleich über die Berliner Straße des 17. Juni haben karren lassen, wird gerne als die letzte generationenprägende Subkultur genannt, die letztendlich an ihrer Größe verendet ist und mittlerweile nur noch paradigmatisch für die stilistischen Entgleisungen eines 90er-Jahre Neo-Hippietums steht.
Nach einer relativ kurzen gittarengeprägten Pause, feiert Techno, vielfach unter dem schwammigen Begriff Electro, eine Renaissance, von der man in dem Ausmaß nie zu träumen gewagt hätte.
„Der Techno der Nullerjahre hat keine Botschaft“ stellt Tobias Rapp, Autor des Buches Lost and Sound, Im Interview fest. Der neue verbesserte Techno 2.0 schließt dadurch niemanden mehr aus, lässt damit Freiräume für individuelle Lebensentwürfe, schafft ein hedonistisches Ich-Bewusstsein. Ein Faktor, der wohl maßgeblich zum Erfolg der aktuellen Technowelle beigetragen hat.
Die Stars der dieser Szene genießen zwar weltweite Bekanntheit, sind im Gegensatz zu ihren Kollegen aus den Neunzigern in den Mainstreammedien und Charts kaum bis gar nicht präsent. Die Szene schwankt somit zwischen Mainstream und Underground, ohne sich eindeutig zu einer Richtung zu bekennen.
Im folgenden Zitat aus der Juli/August-Ausgabe der DeBug lassen sich ähnliche Tendenzen auch in der (Kleider-)Mode deuten:

„Der Einbruch des Internets in die Mode hat bisher vor allem eine Leerstelle produziert, die durch das Verschwinden einer Jugend, die sich durch einen eigenen konsistenten Stil ausdrückt, begleitet und verstärkt wird. Traditionell, also seit etwa 60 Jahren, gab es immer eine Jugend, die sich der Mode angenommen hat, ihre Ränder ausgelotet, und einen originären Stil entwickelte, der großen einfluss auf die klassischen Modewelt hatte. Das war im Punk so, auch bei Teds, Rockern, Poppern, Mods, Rastafaris, Skinheads und HipHoppern, noch jede Jugendkultur hatte einen später ökonomisch fass- und verwertbare Kleidercode hervorgebracht, der bis heute in unsere Welt hineinragt.“


[…]


„Und gerade nun, wo die Möglichkeiten und der Zwang zum Individualismus größer denn je sind, da heben die Protagonisten den Kopf und schauen nach oben. Inszenieren dieselben Gesten, dieselben ästhetischen und körperlichen Idealen in denselben Klamotten, nur als Kopie von H&M oder Zara. Sie schauen mit großen Augen, die sich nach Führung sehnen.“

Der Autor klagt hier ganz offensichtlich über die mangelnde Kreativität einer Jugend, die die Möglichkeiten des Internets und des eigenen Potentials ungenutzt lässt und somit die Chance verspielt sich als legitime Erben der genannten Subkulturen zu behaupten. Was sich als eine Art Erbfolgekrise präsentiert ist nichts weiter als das Ergebnis einer verzerrten Wahrnehmung, die (Jugend-)Subkulturen lediglich auf ihren „ökonomisch fass- und verwertbaren Kleidercode“ reduziert und den Rest, seien es nun soziale Faktoren, wie die working class Herkunft der Skinheads oder die Religion der Rastafaris, ignoriert. Subkulturelle Mode ist niemals, wie hier angedeutet, Selbstzweck oder Zeichen von Individualität, sondern war und ist noch immer Ausdruck eines gemeinsamen Wertesystems. Es wird peinlich genau darauf geachtet dem Bild seiner Subkultur zu entsprechen (z.B. maßgeschneiderte Anzüge nach italienischem Vorbild und Fishtail Parka bei Mods oder Drapes, Drainpipe Hosen und Creeper bei Teds) um innerhalb der Gruppe akzeptiert zu werden.
Der Kleidercode ist dabei so verbindlich, dass er es schafft in seiner größtenteils ursprünglichen Form Jahrzehnte zu überdauern. So sind Doc Martens seit ca. 40 Jahren essentieller Bestandteil der Skinheadmode. 


 Skinheads. Auch wenn es nicht so ausschaut, alles Individuen (Bild: nuttyboys.co.uk)

 „Der Zwang zum Individualismus“ lässt der im Artikel beschriebenen Jugend, den Fashionistas, dagegen nichts anderes übrig, als auf sich ständig wechselnde Trends und Kollektionen zu reagieren, das heißt sich ihnen so schnell wie möglich, also am besten bevor es alle anderen tun, anzupassen um ihrer Individualität Ausdruck zu verleihen. Das Streben nach Individualität schließt somit Gemeinsamkeiten aus.

Zu ihren Hoch-Zeiten galten Subkulturen keineswegs als stilbildendes Beispiel. Eher sah man in ihnen antisozialen Ausdruck und Aufbegehren unterprivilegierter Schichten, einen Gegenentwurf zum herrschenden Lebensstil. Das bleiben sie auch, bis sie bzw. ihr Kleidercode irgendwann durch die modische Avantgarde rehabilitiert und im Zuge dessen dekontextualisiert und romantisiert werden.
Das, was sich unter der Kleidung verbirgt, die oftmals prollige Unterschichten Konnotation wird dabei ausgeklammert. Dass sich die schicken Mods mit den rohen Rockern in den südenglischen Seebädern regelmäßig brutale Straßenschlachten geliefert haben und sich somit nicht besser verhalten haben als englische Hooligans, während der Fußball-WM, müsste man spätestens seit Quadrophenia wissen.
Ebendiese Rocker, die ewigen Gegenspieler der Mods, standen der Frühling/Sommer 2011 Kollektion Christopher Baileys für Burberry Prorsum Pate: Rohe Rocker-Romantik lammlederweich gespült.

 Burberry Prorsum SS 2011 (Bilder: Style.com)

Der jüngst verstorbene Alexander McQueen ließ sich für seine letzte McQ Herrenkollektion von Skinheads inspirieren:

 McQ by Alexander McQueen (Bild: gradientmagazine.com)

Die Tatsache, dass es sehr wohl noch Subkulturen mit einem eigenen Kleidercode gibt wird gerne von der legitimen Mode übersehen bzw. wird sie gesehen, aber nicht auf modischer Augenhöhe wahrgenommen. Höchstens wenn Amy Winehouse ihr Haus mal in Jogginghose verlässt, kommentiert man ganz verächtlich ihren chav-style, den bekannten englischen Proletenstil. Doch wird aktuellen Subkulturen in der Regel jegliches modisches Verständnis abgesprochen. Mode wird an der Torstraße in Berlin Mitte vermutet, während in der städtischen Peripherie das gepflegte Proletentum zelebriert wird. Welcher Streetstyle Fotograf käme ernsthaft auf die Idee in Gropiusstadt oder im Märkischen Viertel auf die Jagd zu gehen?

Findet sich hier der nächste große Modetrend? (Bild: Morgenpost.de)

Fashionistas bedienen sich stattdessen in der Vergangenheit. Und weil sie damit und der Fashion Week, den Blogs und der Vogue, dem Proll in seiner Jogginghose weit voraus sind, stilisieren sie sich zur Avantgarde (ein Begriff, der in Zeiten der sofortigen medialen Verbreitung von Informationen, in diesem Fall jedes für die Abgrenzung nötige subkulturelle Insiderwissen, seine Bedeutung eingebüßt hat), schauen in ihrer Orientierungslosigkeit aber „mit großen Augen“ nach oben, zu den Moderedakteurinnen, den Designern, den Models, suchen Gemeinsamkeiten, einer Identität, lehnen sie gleichzeitig aber ab.
Wer sich nach der Mode richtet, so Baudelaire, der gleicht schließlich dem, „was er sein möchte“.
Scheinbar ohne zu wissen, was sie denn nun sein möchte schwankt die modeaffine Jugend zwischen dem Bedürfnis nach Abgrenzung und dem Bedürfnis nach Anerkennung, zwischen Mainstream und Underground.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Ich zitiere:

"Ich erzählte Polke, dass ich mich immer gründlich wasche, wenn ich ein Bild von ihm angefasst habe. Er sagte, er liebe diesen direkten Kontakt, diese unmittelbare Wirkung seiner Kunst. Er könne sich vorstellen, dass eine Familie mit zwei Kindern sonntagmorgens ins Museum komme und ihr dann vor seinen  Bildern die Haare ausfielen."
(Christian Scheidemann, Restaurator für zeitgenössische Kunst)

Montag, 19. Juli 2010

Minu Lookbook 2010

Neben einem größeren Projekt, das viel Schweiß, Blut und Tränen gekostet hat (und von dem ich froh bin, dass es erfolgreich beendet wurde), hab ich mich im Auftrag des jungen Berliner Schmucklabels Minu um die Gestaltung des diesjährigen Lookbooks, inklusive aller Fotos gekümmert.



Sonntag, 18. Juli 2010

Totgeglaubte leben länger

Ich sollte mir für die Zunkunft vielleicht angewöhnen eine längere Abwesenheit anzukündigen. Die Höflichkeit gebietet das. Nicht dass ich von Natur aus ein unhöflicher Typ wäre. Eher lass ich mich gerne mal ablenken und widme meine gesamte Aufmerksamkeit einer anderen, neuen interessanten Sache.
In diesem Fall waren die Gründe jedoch etwas tiefgreifender:
  • Knie-OP (Man ist halt keine achtzehn mehr.)
  • Umzug (Auch, wenn es nur ein Haus weiter ging.)
Und wenn das alles in etwa zur gleichen Zeit passiert, dann müssen Prioritäten gesetzt werden. Dem Blog maß ich in diesem Fall eher geringere Priorität bei.

Nachdem der Umzug nun nahezu abgeschlossen, Das Zimmer eingerichtet,



und das Knie geschient ist,


 kann der Blog nun reaktiviert werden.

Sonntag, 13. Juni 2010

Making Money vs Quality Work




The fact of the matter is, I want everything we do, that I do personally, that our office does, to be beautiful. I don’t give a damn whether the client understands that that’s worth anything, or that the client thinks it’s worth anything, or whether it is worth anything. It’s worth it to me. It’s the way I want to live my life. I want to make beautiful things, even if nobody cares. 
(Saul Bass)

Samstag, 12. Juni 2010

Bedingt empfehlenswert für Klaustrophobiker: Olafur Eliasson - Innen Stadt Außen

(Bild: Jennifer Sawarzynski)
Als exemplarisches Erlebnis mit zeitgenössischer Kunst führ ich immer wieder gerne meinen Besuch im Hamburger Bahnhof vor einigen Jahren an. Mit den besten Absichten meinen kulturellen Horizont etwas zu erweitern ließ ich mich also auf die Flick Kollection ein und bezahlte dieses Vorhaben bitter. Gut, Herpes hab ich mir nicht zugegezogen, doch war das Preis-Leistungsverhältnis bzw. Preis-Unterhaltungsverhältnis ernüchternd. Ich fühlte mich In etwa so wie die deutsche Durchschnittsfrau nachdem sie die Vogue durchgeblättert hat: unzufrieden und voller Minderwertigkeitskomplexe. Der erhoffte Bildungszuwachs blieb aus, denn scheinbar fehlte mir die intellektuelle Grundlage um mich erfolgreich mit zeitgenössischer Kunst auseinandersetzen zu können. Natürlich konnte es nur nach hinten losgehen, war ich doch der festen Überzeugung der Künstler wolle sich mir über sein Kunstwerk mitteilen, mir ein Geheimnis offenbaren, das zu brisant, zu komplex ist um es auf einfacherem direktem Wege zu übermitteln.
Doch wie der Medientheoretiker Marshall McLuhan einmal bemerkte, ist die eigentliche Botschaft des Künstlers sein Image. 
„It’s not how much you work on something that matters. It’s how much you get for it.” Belehrt der Galerist Bruno Bischofberger, gespielt von Dennis Hopper, den jungen, noch unbekannten Künstler Jean Michel Basquiat in Julian Schnabels gleichnamigen Film. Kunst kommt demnach also nicht von Können, sondern von Verkaufen. Ein gutgepflegtes Image kann da natürlich nur förderlich sein. Seien es nun Party- und Drogenexzesse à la Kippenberger oder die wilde Hausbesetzervergangenheit eines Daniel Richter. Selbst das Bad Boy Image Caravaggios zieht heute noch Besucher in die Uffizien.
Ein Künstler, dem sein Image scheinbar nicht so wichtig ist, sich aber trotzdem nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen kann ist Olafur Eliasson. Der isländische Künstler präsentierte sich mir im Berliner Gropius Bau fast schon mit protestantischer Bescheidenheit und Zurückhaltung. Vor meinem inneren Auge trägt Eliasson einen weißen Laborkittel und strahlt eine stoische Bescheidenheit aus, die fast schon vulgär ist. Das mag im ersten Moment in krassem Widerspruch zu seinen raumfüllenden Installationen stehen, die irgendwo zwischen Physikalischem Experiment und New Age Selbstwahrnehmungsseminar einzuordnen sind. Er macht die Art von Kunst, die Kifferherzen höher schlagen lässt und wahrscheinlich auch die von Liebhabern anderer Drogen. Und genau das macht ihn zu einem großen Künstler. Also nicht die Tatsache, dass er den Drogenkonsum verherrlicht, sondern dass er den Betrachter explizit in seine Kunst miteinbezieht. Er schließt ihn nicht aus, er stellt sich nicht über ihn. Ohne die Ausstellungsbesucher würde seine Kunst schlichtweg nicht funktionieren. Das heißt es geht weniger um Eliasson, also das was er uns über sich sagen will, als das was wir, durch die Betrachtung seiner Kunst, über uns und unser Verhältnis zum Raum und den Menschen, die sich in ihm befinden, erfahren können.
Den Raum selbst löst er dabei oft genug auf, sei es durch Nebel, Spiegel oder Licht. Was nicht nur zu Reflexionen sondern auch fast zu Kollisionen mit plötzlich aus dem Nebel auftauchenden Wänden führte.
Eliasson nutzt für seine Kunst physikalische Phänomene, gibt ihr dadurch eine logisch nachvollziehbare Basis und somit einen Angriffspunkt für das Verständnis seiner Arbeit. Die häufigste Frage, die ich mir stellte war: „Wie hat er das gemacht?“ weniger „Was meint er damit?“.
Trotz der wissenschaftlichen Anmutung ist Eliassons Werk somit das beste Beispiel für die Subjektivität und Emotionalität der Kunst.
Stehst du also im bunten Nebel und hast Spaß dabei, dann hast du vielleicht nicht unbedingt Eliassons Kunst kapiert, jedoch auch kein Geld verschwendet. Erhöht sich dagegen deine Herzfrequenz, hast Atemnot und Panikgefühle, dann hast du ganz offensichtlich den Warnhinweis am Eingang nicht ernst genug genommen.

Soundtrack fürs Wochenende

Montag, 7. Juni 2010

Ich zitiere:

"Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils."

(Jil Sander)