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Freitag, 14. Mai 2010

Die (Ohn)macht der Straße - Modeblogs und Demokratie

Couturier - ich mag diesen Begriff, ich mag den Klang, die Tatsache, dass es französisch ist. Das hat was Patriarchalisches bzw. matriarchalisches und auch ein bisschen was exzentrisches. Er steht für ein System, an dessen Spitze eine Person steht, die mit ihrem Namen für die handwerkliche Qualität ihres Produktes bürgt. Wenn man ihn hört, denkt man zwangsläufig (vor allem aufgrund des Films, den ich aber nicht gesehen hab) an Mademoiselle Chanel, die mit Kippe im Mund, wie eine strenge Mutter, das Kostüm am Modell nochmal zurechtzupft, bevor Sie es auf den Laufsteg schickt.
Wenn man heutzutage von Modeschaffenden spricht, dann spricht man meistens von Modedesignern. Design, ein Begriff freundlich und nett, rund und chic, kosmopolitisch, und auch ein bisschen wichtig(tuerisch). Vor allem aber demokratisch, so demokratisch, wie die englische Sprache, der er entstammt. Bei Design denkt man an helle Agenturräume, in denen um einen Eiermann Tisch, auf Eames Stühlen, coole hippe Leute versammelt sitzen und ihr nächstes super Projekt besprechen.
Es ist wohl Pierre Cardin, den man als ersten Modedesigner bezeichnen darf, der die Couture hinter sich ließ und mit seiner ersten Prêt-à-porter Kollektion, einen Eklat in der Modewelt, die hauptsächlich aus den Couturiers und deren reiche Kundinnen bestand, auslöste. Er erkannte den Zeitgeist und versorgte die breite Masse mit moderner, zeitgemäßer und vor allem praktischer Mode. Cardin revolutionierte und demokratisierte sie.
Wie es scheint, befinden wir uns wieder mitten in einer weiteren Revolution. Fast schon inflationär wird der Begriff der Demokratisierung der Mode in Verbindung mit Modeblogs genannt. Jeder der meint sich zum Phänomen Modeblog äußern zu müssen, erwähnt ihn früher oder später.


Sozialistischer Luxus

Susie Bubble (Bild: stylebubble.typepad.com)

„Bloggen demokratisiert das Business.“ So wird beispielsweise Stefano Gabbana vom Designerduo Dolce und Gabbana in der FAZ zitiert. Das was genau damit gemeint ist bleibt erst mal schleierhaft. Gabbana scheint uns damit nahezulegen, dass es sich beim (Mode)Business um ein repressives Regime handelt, an dessen Spitze sich eine herrschende Elite befindet, der sich der Normalsterbliche, ohne Aussicht auf Mitbestimmung, zu fügen hat. Eine wunderliche Aussage, wenn man bedenkt, dass die Herren Dolce & Gabbana Teil dieser Elite (oder vielleicht doch nur Handlanger?) sind. Ganz offensichtlich tritt hier der wirtschaftliche Aspekt zutage. Warum sollten sie ein Demokratiebestreben begrüßen, wenn nicht aus wirtschaftlichen Gründen.
Fakt ist, Blogger wie Bryan Boy oder Susie Bubble sind längst in der Front Row angekommen und haben klassischen Journalisten als Meinungsmachern und Trendsettern längst den Rang abgelaufen.
In kürzester Zeit avancierten Blogger von bloßen Modeinteressierten, die ihre Leidenschaft mit gleichgesinnten teilen wollten, zu gefürchteten, gehassten, bewunderten Persönlichkeiten, zu regelrechten Stars und Lieblingen der Designer. Unter diesen Umständen war es natürlich nicht verwunderlich, dass bald die ersten Stimmen laut wurden, die den Bloggern vorwarfen bloßes Marketing-Werkzeug zu sein. Da die meisten privaten Blogs eher nebenbei als Hobby gepflegt werden, ist die Versuchung natürlich groß, sich durch ein paar verkaufte Blogeinträge etwas dazuzuverdienen. Anfällig sind dafür besonders kleinere, weniger bekannte Blogs, die dann schon mal ein Gratis Mobiltelefon abstauben können, im Gegenzug für einen ausführlichen Testbericht.
Blogger dienen als Vorbild, als modische Vorkoster. Sie ebnen den Weg für neue Trends und tragen dabei auch die Botschaft von einem „sozialistischen Luxus“ übers Netz bis in die entlegensten Ecken der Welt. Jeder soll die Chance und vor allem auch das Recht auf ein bisschen Luxus haben bzw. das Recht zu wissen, dass es theoretisch möglich ist diesen Luxus zu erreichen. Sei es auch nur durch eine dreiste Kopie von Zara, die aber Dank aufwendiger Werbekampagne, inklusive Supermodel und Starfotograf, zwar nicht derselbe Hauch von Luxus umweht, aber gesellschaftlich weitgehend akzeptiert ist. Das wiederum führt, dadurch dass sich Luxus lediglich über eine abstrakte Idee als über hochwertiger Materialien und Handwerkskunst definiert, zu eine Profanisierung selbigen.
Demokratisierung lässt sich in diesem Fall wohl eher als eine Markterweiterung, weniger als eine Öffnung und Teilhabe am Markt verstehen.

 
 Bryanboy (Bild: bryanboy.com)

Doch ist es den Mode-Bloggern möglich das Phänomen Mode an sich, d.h. die Systematik die uns immer wieder neue Trends, Kollektionen, Farben und Formen beschert, zu demokratisieren?

Das wär echt knorke.
Wie bitte? „Knorke“? So etwas kann man heutzutage doch nicht mehr ohne ironischen Unterton sagen.
Frage: Was hat eine Imbisbudenvokabel wie „knorke“ mit Plateaustiefeln der Marke Buffalo gemeinsam (Wir erinnern uns?)?
(Beste) Antwort: Es ist mehr oder weniger aus der Mode.
Bis vor einiger Zeit hätte ich wohl noch die Schulterpolster als Beispiel genommen. Diese haben jedoch mittlerweile eine überraschende Renaissance erfahren und können daher leider nicht mehr als abschreckendes Beispiel fungieren.
Mode, wie das Beispiel so schön illustriert, manifestiert sich in verschiedenen Formen. Da wir Menschen aber sehr stark visuell geprägt sind, zeigt sie sich am deutlichsten an unserer Kleidung.
Mode ist weitaus komplexer als sie uns erscheint. Ein Umstand, der eine Demokratisierung scheinbar nur unter großem Aufwand möglich macht.


Zeig, was du hast

Die Soziologin Elena Esposito, die sich u.a. mit dem Thema Mode auseinandersetzt, beschreibt in ihrer „Theorie der Beobachtung“ eine modische Konsensbildung, basierend auf gegenseitiger Beobachtung.
Das heißt in der Praxis: Ich beobachte dich (und das, was du trägst), du beobachtest mich (und das, was ich trage), ich beobachte, wie du mich beobachtest und du beobachtest, wie ich dich beobachte.
Mode ist ein Zustand der durch seine Unbeständigkeit charakterisiert ist. Sie ist ein Konsens der nur kurz Bestand hat, da permanent beobachtet wird und sich der Beobachtung permanent angepasst wird. Eine Demokratie, wenn auch eine ziemlich labile, kommt im Grunde dadurch zustande, dass jeder Teil dieses Beobachtungsprozesses ist und sich beim Anpassungsprozess jeder auf den anderen stützt.
Anhand der Modeblogs lässt sich das bestens nachvollziehen.
In einer Zeit, in der sich das Leben immer weiter in die virtuelle Welt des Internets verlagert und somit öffentlich wird, wird sich zwangsläufig auch über das Thema Datenschutz Gedanken gemacht. Bemerkenswerterweise scheint die freiwillige Preisgabe von persönlichen Daten keinerlei Einschränkung zu erfahren. Die freizügige Penisparade bei Chatroulette erscheint jedoch so unglaublich unspektakulär und lahm, nicht weil wir durch allgegenwärtige und allzeit verfügbare Pornographie abgestumpft sind, sondern weil der Penis uns nichts über die Person verrät. Modeblogs dagegen weisen einen überraschend exhibitionistischen Charakter auf. Mit seinem Blog ist man der Star in seiner eigens für sich selbst kreierten Klatschspalte.
Ein integraler Bestandteil des Modeblogs ist die Präsentation eigener Outfits, die oft schon in der Umkleidekabine fotografiert werden. Hier zeigen sich einerseits der exhibitionistische und anderseits auch der affirmative Charakter: Auch wenn nicht ausdrücklich nach einer Meinung gefragt wird, so wird das Outfit trotzdem über die Kommentarfunktion bewertet, und je nachdem, ob die Meinungen positiv oder negativ ausfallen, gekauft oder nicht (wenn schon gekauft, dann wird’s zurückgebracht oder verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Schrank). Das negiert dann zwar das allgemeine Streben nach Individualität und Originalität, trägt aber zur Konsensbildung und einer demokratischen Form von Mode bei.


Die Geschmacksaristokratie 

 The Facehunter (Bild: Modabot.de)

Streetstyleblogs, wie The Facehunter oder The Sartorialist widmen sich voll und ganz der Dokumentation von originellen Outfits. (Mittlerweile geht der Trend dazu über, Originale in originellen Outfits in deren originell eingerichteten Wohnungen auf originelle Art und Weise abzulichten. Siehe: The selby, Freunde von Freunden, ArtschoolVets). Sie haben den Anspruch Alternativen zu der von den Modemagazinen propagierten Mainstream-Mode aufzuspüren und zu dokumentieren. Tag für Tag streifen sie also durch die hipsten Quartiere der Stadt (Williamsburg New York, Berlin Mitte, Shoreditch London, jede noch so popelige Fashionweek) auf der Jagd nach individuellen Individuen.
Streetstyleblogs fungieren als Galerie und Katalog zugleich. Die gezeigten Styles wollen als individuelle kreative Leistung gewürdigt werden, animieren aber auch immer zum Kopieren, wodurch ihr Status als Originale bekräftigt wird. Zwar müssten sie, allein durch die Tatsache, dass sie für den Blog fotografiert wurden, schon als Original gelten, jedoch kann ein Original immer nur zwischen Kopien existieren. Das Streben nach Individualität negiert sich selbst. Wer sich für einen Streetstyleblog fotografieren lässt, wird geadelt und verliert im selben Moment auch schon wieder seinen Titel und wird wieder gewöhnlich.
Die demokratische Konsensbildung erfährt bei den Streetstyleblogs, im Gegensatz zu den privaten persönlichen Modeblogs, jedoch eine Einschränkung. Das demokratische „Anything-goes-Gefühl“, das Streetstyles suggerieren, kann sich auch nur in dem Rahmen bewegen, den der Blogger, durch die von ihm persönlich ausgewählten Styles, festgelegt hat. Das heißt ganz konkret: Was tragbar ist, bestimmt der Blogger.
Ein positiver Kommentar gilt in erster Linie dem fotografierten Original, unterschwellig wird dabei aber auch der Blogger gelobt, da er es offensichtlich geschafft hat im Meer der 08/15 Gekleideten eine stilistische Perle zu entdecken. Dem Blogger wird die magische Fähigkeit zugesprochen, zwischen gut und schlecht gekleidet, zwischen schön und hässlich differenzieren zu können.

Besteht deshalb Anlass zur Sorge, wenn plötzlich ein Starkult um Modeblogger entbrennt und eine Minderheit die modischen Strippen zieht? Würden wir so die Demokratie nicht gegen, wie Pierre Bourdieu es nannte, eine Geschmacksaristokratie eintauschen?
Denn das einzige, was sie scheinbar dazu legitimiert, ist, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige getan haben, weniger ihre journalistischen Fähigkeiten, noch ihr subjektives Gespür für modische Trends. Dass die Spitzenriege der deutschen Modeblogger im Grunde eigentlich austauschbar ist, zeigte der Artikel in der ZEIT Online mit dem, im Vergleich zum dürftigen Inhalt, (was man teilweise auch dem Desinteresse der ZEIT anhaften kann) pompösen Titel „Die Macht der Straße“: Auf ziemlich banale Fragen folgten leider auch ziemlich banale Antworten. Eine Gruppe ohnmächtiger Vorzeigeblogger, die zwar reden, aber nicht wirklich was zu sagen haben. 


Passiv aggressiv 

 Tavi Gevinson (Bild: thestylerookie.com)

Noch nie war es so einfach seine Meinung der Welt kundzutun. In Zeiten von Blogs und Social Communities wirken Demos draußen auf der Straße, also offline, so seltsam antiquiert. Sich an Schienen ketten, Steine schmeißen, sich mit Hundertschaften prügeln, das hat so ein unglaublich angestaubtes, fast schon spießiges Image bekommen. Sowas machen Leute, bevor sie eine Glanzkarriere als Politiker bis ins Außenministerium durchlaufen. Die einzigen, die heute noch so am Rad drehen dürfen, sind die Franzosen, deren Nationalfeiertag basiert immerhin auf einer riesigen Straßenschlacht, die inoffiziell ab und an in den Pariser Banlieus nachgestellt wird.
Wenn man jetzt mit irgendwas unzufrieden ist, wenn irgendwo Missstände herrschen, dann gründet man einfach eine Facebook Gruppe (z.B.: Für jedes Mitglied eine Kerze für die Opfer auf Haiti) und wartet ab, bis sich das Problem von selbst gelöst hat. Web 2.0 hat uns zu passiven Zuschauern und damit auch zu passiven Kritikern gemacht. Sehr schön auch unter Modebloggern zu beobachten.
Eine Demokratisierung der Mode müsste aber zwangsläufig zu einer kritischen Auseinandersetzung mit selbiger führen. Gerade weil Blogger, im Gegensatz zu den Printpublikationen unabhängig (aber wie man nun weiß, auch nicht abgeneigt) von Werbeeinnahmen sind, setzte man während der anfänglichen Euphorie alle Hoffnung in sie, als unabhängige und kritische Kontrollinstanz, als Parlament in der Konstitutionellen Monarchie der Mode. Die Aura der Unbestechlichkeit ist ja mittlerweile verflogen und kritisiert wird, wenn dann auch nur passiv.
Das kann man einerseits damit erklären, dass Kritik von Seiten der Leser unerwünscht ist. Denn Mode, was in den meisten Fällen den Konsum von Mode bezeichnet, soll ja Spaß machen und da ist kein Platz für Kritik. Andererseits damit, dass von Seiten der Blogbetreiber, die gezwungen sind ihren Blog täglich zu aktualisieren um ihre Leser zu behalten, zu viel Aufwand betrieben werden müsste, und, das gilt für die Großen im Geschäft, Gefahr laufen würden sich bei den Designern unbeliebt zu machen und somit die nächste Fashionweek im besten Fall von der letzten Reihe aus, im schlimmsten Fall zwischem dem gemeinen Pöbel beim Public Viewing vorm Show Zelt erleben zu müssen.
Also bloß niemanden auf die Füße treten, immer schön bitte und danke sagen und nett lächeln.
Das dreizehnjährige Blogger-Wunderkind Tavi Gevinson, die mit ihrem Blog Stylerookie und ihrem naiv eklektischen Kleidungsstil zum gerngesehenen Gast auf Schauen und Inspirationsquelle geworden ist, äußerte sich in der Frühjahrs Ausgabe der Qvest bezeichnend: „Wenn ich etwas mag, dann spreche ich das offen aus, wenn nicht, dann feature ich es erst garnicht.“

Mode folgt per se keinem erkennbaren rationalen Gesetz und ist daher so wie sie uns im Moment erscheint austauschbar, unvorhersehbar, und vor allem höchst widersprüchlich.
Die Rückkehr der Schulterpolster aus den tiefsten Tiefen der modischen Vergangenheit lässt sich nicht wirklich überzeugend erklären, und warum wir Overkneestiefel plötzlich nicht mehr mit Prostituierten in Verbindung bringen, ebenso wenig. Allein beim Gedanken daran lief uns noch vor nicht allzu langer Zeit ein kalter Schauer über den Rücken und jetzt soll es auf einmal chic sein, wie eine Edelhure aus den Achtzigern auszusehen? Fehlt nur noch die Dauerwelle. Soll das etwa schön sein?
Schon der gute alte Kant schrieb vor über 200 Jahren in seiner Kritik der Urteilskraft über die Subjektivität des Schönen.
Somit fahren Tavi und ihre Kollegen scheinbar auf der sicheren Schiene, wenn sie nur das in ihren Blogs featuren, was sie persönlich schön finden und sich über den (subjektiv) hässlichen Rest in diplomatisches Schweigen hüllen. In diesem Fall ist die Notwendigkeit einer Rechtfertigung einer demokratischen Debatte kaum vorhanden. Wo hingegen Kritik immer gerechtfertigt und objektiv nachvollziehbar sein sollte. Doch unter den Gegebenheiten, angesichts der Widersprüchlichkeit der Mode, ist eine kritische Auseinandersetzung, die die Qualität eines persönlichen, also subjektiven Geschmacksurteils übersteigt, kaum möglich.

Kommentare:

  1. Wow, eine sehr gute Abhandlung des Themas! Das schon einmal kurz vorweg.

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  2. ein großes lob für den artikel. das ist genau die qualität die vielen von dir erwähnten bloggern-innen aufgrund des drangs zu gefallen abhanden gekommen ist.

    du zeigst, dass bloggen nicht das stupide hochladen von bildern ist, sondern vorallem ein auseinandersetzen mit zeitgeist.

    bravo!!!

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  3. Ich entdecke Deinen wunderbaren Artikel erst jetzt. Regt mich auch an, mich wieder mit meiner Dissertation zu befassen... Es ist erstaunlich, wie die Idee entstand, Modeblogs wirkten demokratisierend. Ich fand den Gedanken von zwei Seiten her seit jeher ein wenig gruselig, weil Demokratie auch immer etwas mit Konsens, mit kleinstem gemeinsamen Nenner zu tun hat und der ist schließlich nicht unbedingt der "beste", schönste, spannendste, würden wir immer nur das tun, anziehen, was die Masse für das beste hält. Anyway. So einfach ist es selbstverständlich nicht, mit der Demokratisierung, die schließlich ein Prozess ist.............

    Das Problem beim Nichtdrüberschreiben ist ja immer, dass man nicht nur über das, was einem nicht gefällt nicht schreibt, sondern auch über das nicht schreibt, was man nicht kennt. Woher weiß ich dann was Tavi und Co. nicht kennen. Kennt sie es nur nicht oder gefällt es ihr nicht, wenn sie nicht darüber schreibt. Eine runde Profilierung ergibt sich doch auch erst aus dem entschiedenen (begründbaren) "Nein"- sagen und nicht aus der schlichten Ignoranz.

    Kurz noch zum Zeit-Interview, dessen Teil ich ja auch war. Selten war ich verwickelt in so einem schlimm organisierten Interview, was ich mir von einer Zeitung wie der ZEIT anders vorgestellt hatte. Ich denke, wir hätten antworten können, was wir wollten, auf die Fragen. Es wäre immer nur ein Satz herausgelöst worden. Es waren auch mehrere Fragen, von denen dann je zwei/drei ausgewählt wurden, immer natürlich die "was tragen sie" Frage. Vielleicht hätte man im Kartoffelsack kommen müssen. Was ich sagen will, ist, dass es kaum eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema gibt. Alles ist irgendwie erstmal toll und super. Und weil es irgendwie ein Thema ist, muss auch jeder etwas dazu bringen, selbst die ZEIT, von der ich sonst sehr viel halte, selbst wenn es nur die üblichen platten Fragen sind, es interessiert ja eh niemanden wirklich!? Um es kurz zu machen, Es mag so ausschen, als hätte niemand "von uns" etwas zu sagen, das liegt in diesem konkreten Fall aber daran, das das, was wir sagten einfach nicht gedruckt wurde, nicht aufgrund der Inhaltsleere (mag ich mal so behaupten) sondern aus schlichtem Desinteresse...

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