This is Chris NOT LA

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Mode VS Design VS Jun Takahashi VS Dieter Rams

Angeregt durch ein Interview mit Jun Takahashi, dem kreativen Kopf hinter dem japanischen label Undercover, in der aktuellen Ausgabe des Zoo Magazins, hab ich mir mal wieder Gedanken gemacht bezüglich Mode und Design bzw. alte Gedanken, die schon seit längerem im "to-do-Fach" meines Hirns liegen wieder aufgegriffen.

Inspirieren ließ sich Takahashi für seine Sommerkollektion fürs nächste Jahr vom Industriedesign der Firma Braun bzw. den, ich sag mal, "10 Geboten" des Designs, die Dieter Rams, seines Zeichens langjähriger Chefdesigner im Hause Braun, formuliert hat.Hier nochmal für alle die sie vergessen haben:

(Bild: Vitsoe.com)
  1. Gutes Design ist innovativ.
  2. Gutes Design macht ein Produkt verständlich.
  3. Gutes Design ist ästhetisch.
  4. Gutes Design macht ein Produkt brauchbar.
  5. Gutes Design ist unaufdringlich.
  6. Gutes Design ist ehrlich.
  7. Gutes Design ist langlebig.
  8. Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail.
  9. Gutes Design ist umweltfreundlich.
  10. Gutes Design ist sowenig Design wie möglich.
Kühl, sachlich, ohne unnötigen Schnickschnack und mit Details, die offensichtlich dem Braun'schen Design entlehnt sind zeigt sich dann auch Takahashis Kollektion.



(Bilder: coutequecoute)

Die gewählten high tech wettertauglichen Materialien und Drucke, unterstützen den technischen Eindruck der Kollektion.Soweit so gut, jedoch machte mich dann die folgende Passage des Interviews stutzig:
Takahashi translated those same principles [Rams 10 Designthesen] into fashion.
Der Aussage, dass Takahashi Rams Thesen auf seine Kollektion übertragen hat wird im folgenden Satz indirekt widersprochen:
Narrow leather belts on Undercover's jacktes and accessoires, for example, were inspired by the handles on Braun designs.
Anscheinend wird Die Kollektion nur in bezug auf die äußere Form diesem Anspruch gerecht. Schon allein die Tatsache, dass Takahashi Details, wie zum Beispiel die Radioskala auf das Sakko übertragen hat, ohne dies, meiner Meinung nach, nach gestalterischen Gesichtspunkten rechtfertigen zu können, steht im völligen Gegensatz zu Rams.


(Bild: dailyicon.net)

Ebenso spielen die Stoffe weniger eine funktionale, wie es bei wettertauglicher Kleidung der Fall ist, als eine optisch ästhetische Rolle.
Aber weg von Takahashi. Eigentlich geht es mir hierbei gar nicht darum irgendwelche Kollektionen auseinanderzunehmen. Takahashi dient mir hier lediglich als ein exemplarisches Beispiel für die Ambivalenz mit der sich (mir) die Mode präsentiert. Mir geht es darum zu ergründen wie Mode sich zum Design verhält und inwiefern man von Modedesign sprechen kann. Ist es überhaupt möglich Rams Thesen, nicht nur auf das Industrie- und Kommunikationsdesign, sondern auch auf das Modedesign zu übertragen und somit zeitgemäße und modische Bekleidung zu gestalten, die über die scheinbar rein ästhetische Komponente hinaus auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht?

Meiner Meinung nach eine Frage, die es wert ist sich den Kopf darüber zu zerbrechen.

Kommentare:

  1. ich weiß, darum geht es nicht primär, aber ich finde gutes design sollte des weiteren auch integrativ sein. so wie mode für mich auch wenig entfremden, mehr erklären muss oder sollte.

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  2. naja diese karte jedenfalls kann man getrost vergessen. aber ich mach bald eh so eine art israel/t.a.-führer, wenn du möchtest, dann kann ich daran teilhaben lassen! möchtest du urlaub machen, oder was führt dich evntuell her?

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